Kunstmaler aus Seeon/Chiemgau

Ausstellung im Atrium Trostberger Stadtmuseum 17.11.2009

Wer in diesen Tagen ins Atrium kommt, der begegnet dort einer Vielzahl großflächiger Farbfelder. Der erste Eindruck ist: Harmonische Friedfertigkeit. In erster Annäherung scheint man damit dem Maler Hermann Wagner gerecht zu werden. Jedoch nur in allererster Annäherung. Wer sich etwas Zeit nimmt und sich auf die Bilder konzentriert, wird überrascht sein von der Geheimniswelt, die sich ihm da auftut. Es werden Farbbilder gezeigt, die wie Farbraumkörper sind: atmende, pulsierende Farbkosmen und deren räumliche Vibration und lyrische Farbintensität strahlen eine spirituelle Kraft aus. Die Bilder haben durch die Schichtung von Farbflächen eine große Räumlichkeit und Tiefenwirkung. Mit der von innen heraus glühenden Monochromie geht Wagner der Gefahr der Monotonie elegantaus dem Weg. Bei den meist großen Formaten kann der Betrachter in der Farbe und ihrer meditativen Wirkung geradezu versinken. Das hat viel zu tun mit der Suche des Künstlers nach dem Absoluten. Farbe ist dabei nicht gleich Farbe. Wagners Rot, Orange und Blau lassen spüren, dass sie etwas vermitteln wollen, das über ein reines Farbempfinden hinausgeht. Dabei diktiert Hermann Wagner nichts, er versucht nur im Betrachter etwas zum Schwingen zu bringen. Mit Strukturen in seinen Bildern will Wagner in seiner Aussage nicht konkret werden oder uns gar Figürliches vorgeben. Er will den Betrachter in seine Bilder hereinlocken, will in seiner Fantasie Unruhe stiften und zum Verweilen anregen. Wagners Spaltenbildern lassen quasi einen Spalt offen, um in die Tiefe seiner Bilder sehen zu könen. So will Wagner suggerieren: Vielleicht ist irgendwo noch irgend etwas? Etwas Entdeckenswertes? Vielleicht braucht die Sprache die Nennung der Gegensatzpaare wie Leichtigkeit und Schwere, Dichte und Transparenz, Raum und Fläche, Leere und Fülle, um dem Phänomen der Überwindung von Gegensätzlichkeiten und Polaritäten, die in der Opposition von Ich und Welt seinen schmerzlichsten Höhepunkt findet, beschreibend nahe zu kommen. Die Malerei von Hermann Wagner bedarf ihrer nicht mehr, denn in seinen guten und reifen Bildern ist die bange Suche nach der Einheit der Gewissheit gewichen, dass die Versöhnung möglich ist.

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