Kunstmaler aus Seeon/Chiemgau

Die Geschäftsleitung und Ärzte des Klinikums Traunstein zeigen seit mehreren Jahren reges Interesse an regionaler Kunst. Sie setzen sich mit Künstlern der Region in Verbindung, um Werke von Malern und Bildhauern aus dem Chiemgau in den Räumlichkeiten der verschiedenen Stationen im Klinikum präsentieren zu können. Diesmal wählten die Stationsärzte für eine Ausstellung in der Urologie Bilder des in Seeon arbeitenden und dort lebenden Malers Hermann Wagner aus. Derzeit sind zehn seiner Arbeiten im Gang und Aufenthaltsraum der Station zu sehen. Die gefühlsmäßigen Ausdruckmöglichkeiten der Farbe schöpft der Seeoner Maler Hermann Wagner voll aus. Seit Ende der 60er Jahre beschäftigt sich der Seeoner Maler Wagner intensiv mit der Malerei. So ist es nur verständlich, dass in der Traunsteiner Präsentation nur ein kleiner Einblick in sein umfangreiches künstlerisches Schaffen gezeigt werden kann. In seinen ausgestellten Werken verfremdet Hermann Wagner die sichtbare Welt und macht sie unwirklich, ja nahezu schon traumhaft. Der ganze Bildraum wird so zu einer neuen Einheit. Hermann Wagners Malweise ist großflächig. Nachdem sich der Künstler von aller Gegenstandswiedergabe befreit hat, überrascht er mit seinen Arbeiten, wie vielfältig und mit neuer Farbkombinatorik beseelt, Werke in denen nur die Farbfläche dominieren. Durch farbige Abstufungen gelingt es ihm den „Grundfarben“ neue Dimensionen hinzuzufügen, sie vom Dinglichen, Materiellen auf eine vielleicht spirituelle, geistige Ebene hinüberzuführen. Die Begegnung von Rot und Blau wird zu einem auch jenseits der Form dramatischen Ereignis. Wagners Kunstsprache verzichtet äußerlich auf jede Symbolik, um in Flächen und Farben über verschiedene Themen zu meditieren. Und doch steht dahinter immer eine abstrakte Erinnerung – nicht an bestimmte Dinge, sondern an Situationen, Empfindungen und Erlebnisse. Man erwartet, dass sich diese Empfindungen jeden Augenblick konkretisieren. Die reine bildlich-malerische Aussage drängt zu einer solchen Realisierung, die sie aber dem Betrachter überlässt. Hermann Wagner gelangt in seinen farbtheoretischen Untersuchungen zu einer Art „Choreographie“ der Fläche, aus der jede Anspielung auf einen Gegenstand oder einen außerformalen Inhalt verschwunden ist. Die Klänge der Farben blühen im dunklen Grund auf. Der Maler versetzt sich selbst und den Betrachter in einen Zustand der Meditation.Der Seeoner Maler legt auch besonderen Wert auf die gefühlsmäßigen Ausdrucksmöglichkeiten der Farbe. Seine Werke entstehen aus einer intensiven Beschäftigung mit der Metaphysik heraus. Charakteristisch sind auch seine großflächigen Arbeiten in denen scheinbar ineinander fließende Farben den Ausdruck bestimmen. In dieser meditativen Form bezieht die Farbe ihre Wirkung vor allem aus dem mehrmaligen Farbauftrag und der vielleicht auch lyrischen Farbgebung. Die gezielte und bemerkenswerte Farbauslotung bewirkt, dass die Farbe als energetische Lichterscheinung in einem atmosphärischen Kontinuum schwebend wahrgenommen wird, die zugleich Kosmisches, Grenzenloses und Universelles evoziert. Die „regelmäßigen“ und in sich übermalten Farbschichten öffnen meist in Helligkeitsschattierungen verlaufenden Malflächen dem Licht – die so aufgetragenen Farben können unterschiedlich dicht sein, das heißt mit verschiedener Intensität darauf reagieren. Es entstehen Bilder, die durch farbige Abstufungen eine Bildtiefe imaginieren. Gleichwohl werden intensiv aufgetragene Farben durch das „eingesetzte“ Licht, das der Malfläche aufliegt und zugleich aus entrückten Bildgründen zu kommen scheint, in räumliche Begrenztheiten umgedeutet. Von Gabriele Morgenroth
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